Die Sprache der Demokratie
Die Sprache der Demokratie — Als Deutscher im Ausland ist es mir seit jeher ein Anliegen, dass meine „Landsleute“, die nicht am Sonntag ins Wahllokal ums Eck gehen können, trotzdem ihre Stimme abgeben. Auch wenn es mittlerweile ein bisschen spät sein mag für Briefwahl: man kann immer noch nach Hause fahren.
Meine ersten zwei Bundestagswahlstimmen musste ich in Südamerika abgeben – unfreiwillig, da die Wahlen vorgezogen waren. Es gab keine andere Möglichkeit, als in die Hauptstadt Lima zur Deutschen Botschaft zu fahren und meine Stimme per Briefwahl in geheimer Wahl gemeinsam mit den anderen Briefwählern im Vorraum abzugeben. Die Briefwahlunterlagen wurden per Diplomatenpost versendet, dass sie rechtzeitig ankommen. Für den ganzen Spaß habe ich über 1200 km im Bus zurückgelegt, auf eigene Kosten.
Wer also am Sonntag nicht wählen geht, der soll mir nicht erzählen, er hatte keine Zeit mehr, keine Möglichkeit oder schlicht und einfach keine Lust. Nicht wählen heißt für mich, Verantwortung abgeben, heißt Faulheit, die der Gesellschaft schadet, heißt Parteien unterstützen, die man gar nicht unterstützt. Und dann wieder diese Sätze: Aber es ist doch egal, was ich wähle, die sind doch eh alle gleich, es gibt keine Partei für mich, die meine Perspektive teilt usw. Wer diesen Satz in meiner Gegenwart in den Mund nimmt, der sollte auf jeden Fall alle Parteiprogramme gelesen haben, um nicht gleich „a Watschen“ zu bekommen. Keine Zeit oder keine Lust, das funktioniert halt leider nicht in einer Demokratie. Sich einmal in vier Jahren aufraffen, um zwei Kreuzchen zu machen, die für die nächsten vier Jahre bestimmend sind – das ist wirklich kein Kraftakt.
Ein nur irrelevanter Zufall, dass heute der europäische Tag der Sprachen ist, der daran erinnert bei der Bundestagswahl 2009 mitzureden. Um sprechen zu können braucht man eine Stimme – in Deutschland eben zwei.

Mist. Hat nicht geklappt.
tja, nicht-wähler als stärkste kraft bei der nächsten btw? mal schauen. ich hoffe nicht.